MEDIA SPRING AUGSBURG
Digitale Veranstaltungsreihe für Fachkräfte im Rahmen des Projekts „Empowering Media Literacy“ rund um das Thema Flucht und Medienkompetenz
„Medienkompetenz ist integrationsrelevant!“ – unter diesem Motto geht der Media Spring Augsburg in die siebte Runde. In diesem Jahr liegt der Fokus auf Medienpädagogik mit geflüchteten Jugendlichen. Die Veranstaltungsreihe wird in Kooperation mit dem Projekt „Empowering Media Literacy“ (EML) durchgeführt, das von der Medienstelle Augsburg des JFF (MSA) und dem tim – Staatliches Textil und Industriemuseum Augsburg gemeinsam umgesetzt wird.
Wie können geflüchtete Jugendliche in einer digitalen Welt gestärkt werden? Welche Chancen und Risiken bringen Social Media, Smartphones oder digitale Spiele mit sich? In Vorträgen und Workshops geben Expert*innen aus Medienpädagogik, Integrationsarbeit und Sozialwissenschaft praxisnahe Einblicke, regen zum Austausch an und zeigen, wie digitale Medien kreativ, reflektiert und kompetent eingesetzt werden können. Die Veranstaltungen richten sich insbesondere an Fachkräfte aus Schule, offener und stationärer Jugendhilfe, sowie weiteren Einrichtungen, die von Jugendlichen mit Fluchterfahrung besucht werden. Auch Ehrenamtliche, Eltern und weitere Interessierte sind herzlich willkommen.
Im Rahmen von EML wird derzeit ein Smartphone-Spiel entwickelt, das künftig als modernes und niedrigschwelliges Instrument für die aktive Medienarbeit bereitsteht. Wer die Themen vertiefen und aktiv weiterdenken möchte, ist herzlich eingeladen, sich über den Media Spring hinaus an der Entwicklung des Spiels zu beteiligen.
Um eine Anmeldung wird bis spätestens 2 Arbeitstage vor der jeweiligen Veranstaltung gebeten.
- Montag, 16. März: „Online-Radikalisierung erkennen und Jugendliche sensibilisieren“
- Dienstag, 24. März: „Spielend Sprache lernen – Potenziale digitaler Games für Kinder und Jugendliche in heterogenen Lernkontexten“
- Dienstag, 14. April: „Empowerment durch reflektierte Medienarbeit: Sensibel kommunizieren und Medienkompetenz stärken!“
- Montag, 20. April: „Fotografie, Identität und Teilhabe: Praxisberichte aus der Arbeit mit geflüchteten jungen Menschen“
- Mittwoch, 29. April: „Digitale Verbundenheit – Digitale Elternarbeit in der Jugendhilfe mit Geflüchteten“
- Montag, 04. Mai: „Gaming & Gamedesign für mehr Resilienz“
- Dienstag, 12. Mai: „Medienerziehung – Tipps und Tricks“
- Dienstag, 19. Mai: „Dark Patterns – Manipulative Mechaniken in Computerspielen“
PROGRAMM:
16. März, 16:30 – 18:30 Uhr
Vortrag: „Online-Radikalisierung erkennen und Jugendliche sensibilisieren“
Ort: Online
Referentin: Daria Arjannikov
Über Islamismus und andere extremistische Angebote auf Social Media
Soziale Medien sind für Jugendliche zentrale Orte der Orientierung – und zugleich Räume, in denen extremistische Inhalte aller Art kursieren. Das Modul zeigt, wie islamistische, rechtsextreme oder antifeministische Narrative online wirken und warum sie Jugendliche ansprechen können. Ziel ist es, Fachkräfte zu sensibilisieren und sie darin zu stärken, Jugendliche in ihrer Resilienz und Medienkompetenz zu begleiten und zu fördern.
Kurzvita: Daria Arjannikov ist wissenschaftliche Referentin und Leitung ufuq e.V. – Fachstelle Bayern. Sie studierte Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg und Demokratiewissenschaften an der Universität Regensburg. Politische Bildung und Demokratieförderung bildeten die Schwerpunkte in ihrem Studium. Beruflich sammelte sie Erfahrungen als Trainerin für globale Bildung und bei verschiedenen Projekten im Bereich der Geflüchtetenarbeit.
Anmeldung hier im Veranstaltungskalender
24. März, 16:30 – 18:30 Uhr
Vortrag: „Spielend Sprache lernen – Potenziale digitaler Games für Kinder und Jugendliche in heterogenen Lernkontexten“
Ort: Online
Referentin: Dr. Lisa König
Daddeln, Zocken, Gamen – was Kinder und Jugendliche begeistert, kann auch Lernen unterstützen. Der Vortrag zeigt, wie digitale Games sinnvoll in der Bildungsarbeit eingesetzt werden können – von der Grundschule bis zur Arbeit mit jungen Erwachsenen, vom Klassenzimmer bis hin zu außerschulischen Angeboten. Vorgestellt werden didaktische Grundlagen, konkrete Praxisbeispiele und fachliche Anknüpfungspunkte; dazu kann im Rahmen einer didaktischen Spielung selbst ausprobiert und diskutiert werden.
Kurzvita: Dr. Lisa König ist Direktorin des Zentrums für didaktische und Literatur- und Mediendidaktikerin Computerspielforschung an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt liegen in der Untersuchung literarischer und medialer Lernprozesse sowie der empirischen Bildungsforschung.
Anmeldung hier im Veranstaltungskalender
14. April, 16:30 – 18:30 Uhr
Vortrag: „Empowerment durch reflektierte Medienarbeit: Sensibel kommunizieren und Medienkompetenz stärken!“
Ort: Online
Referentin: Amal Schütz
Wie können kritisches Denken und Handeln gegen Diskriminierung im Netz und in den (sozialen) Medien zu einem festen Bestandteil pädagogischer Praxisarbeit werden?
Der interaktive Online-Workshop verbindet Austausch, fachlichen Input und praxisnahe Impulse. Im Fokus steht die Stärkung der Handlungssicherheit im sensiblen Umgang mit medialer Berichterstattung und diskriminierungssensiblem Wording. Ziel ist es, junge Menschen mit Fluchterfahrung empowernd und reflektiert durch die Rezeption medialer Inhalte zu begleiten.
Kurzvita: Amal Schütz ist studierte Medienwissenschaftlerin und hat sich auf sensible Produktions- und Distributionsprozesse in Medienproduktionen spezialisiert. Derzeit ist sie als Antidiskriminierungstrainerin tätig und Gastdozentin an der Filmuniversität Babelsberg.
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20. April, 16:30 – 18:30 Uhr
Vortrag „Fotografie, Identität und Teilhabe: Praxisberichte aus der Arbeit mit geflüchteten jungen Menschen“
Ort: Online
Referentin: Selma Maglić
Die Veranstaltung gibt Einblicke in die Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen an der Schnittstelle von Identität, Fotografie und Empowerment. Anhand von Erfahrungen aus der eigenen Praxis werden konkrete Beispiele vorgestellt, die zeigen, wie Fotografie und Social Media Selbstwahrnehmung, Ausdruck und Teilhabe stärken kann.
Kurzvita: Selma Maglić ist Fotografin und Medienpädagogin aus Berlin. In ihrer fotografischen Arbeit setzt sie sich mit Erinnerung, Identität und transgenerationalem Erzählen auseinander, insbesondere im Kontext von Bosnien und Herzegowina und dem Genozid an den Bosniak*innen. Fotografie versteht sie dabei als Mittel der Aufarbeitung, der Recherche und des persönlichen wie kollektiven Erzählens. Seit 2023 arbeitet sie beim JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis im MEKO Neukölln. Dort begleitet sie Kinder und Jugendliche, unter anderem mit Flucht- und Migrationserfahrungen, in kreativen Medienprojekten. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf rassismuskritischer Medienpädagogik sowie diskriminierungskritischer Bildungsarbeit.
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29. April, 16:30 – 18:30 Uhr
Vortrag: „Digitale Verbundenheit – Digitale Elternarbeit in der Jugendhilfe mit Geflüchteten“
Ort: Online
Referentin: Prof. Dr. Lisa-Marie Kreß
Der Vortrag beleuchtet die Mediennutzung junger Geflüchteter mit besonderem Fokus auf digitale Praktiken zur Aufrechterhaltung familiärer Kontakte über nationale Grenzen hinweg. Dabei wird die Bedeutung transnationaler sozialer Beziehungen für das Aufwachsen, die Identitätsentwicklung und die Alltagsbewältigung junger Geflüchteter herausgearbeitet. Auf dieser Grundlage werden praxisnahe Überlegungen zur digitalen Elternarbeit vorgestellt und deren Potenziale sowie Herausforderungen für die Kinder- und Jugendhilfe diskutiert.
Kurzvita: Prof. Dr. Lisa-Marie Kreß ist Professorin für Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit an der DHBW Stuttgart. Sie leitet den Studiengang ‚Kinder-, Jugend- und Familienhilfe‘. Einer ihrer Themenschwerpunkte ist die Nutzung digitaler Medien durch unbegleitete minderjährige Geflüchtete.
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04. Mai, 16:30 – 18:30 Uhr
Vortrag: „Gaming & Gamedesign für mehr Resilienz“
Ort: Online
Referent: Sergej Klein
Dass Gaming auch positive Wirkung auf Gesundheit und Psyche haben kann, wurde bereits in diversen spannenden Studien und Versuchen nachgewiesen. In den digitalen Welten gibt es nicht nur Unterhaltung, sondern auch Raum für Selbstwirksam, Begegnung und Stabilisierung. Mit einfachen Ansätzen aus der Arbeit der Initiative „Creative Gaming“ zeigt Sergej Klein, wie wir auch jungen Geflüchteten diese wichtigen Räume zur Resilienzförderung eröffnen können. Dafür bewegen wir uns ganz praktisch aus der Rolle der Spielenden in das Feld der Kreation und des Gamedesigns.
Kurzvita: Sergej Klein aka Genosse Digital ist Sozial- und Medienpädagoge, verbindet in unzähligen Projekten, Vorträgen und Workshops praktische Medienbildung mit sozialen Themen und setzt dabei am liebsten auf kreative, spielerische Ansätze, die unterhalten, motivieren und Mut machen.
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12. Mai, 16:30 – 18:30 Uhr
Vortrag: „Medienerziehung – Tipps und Tricks“
Ort: Online
Referent*innen: Kyra von Baeckmann und Marcel Floßmann
Jugendliche wachsen heute in einer stark mediatisierten Welt auf. Digitale Medien gehören selbstverständlich zu ihrem Alltag. Das bedeutet, dass auch Entwicklungsaufgaben mit und in Medien stattfinden. Insbesondere für Jugendliche mit Fluchterfahrung übernimmt das Smartphone darüber hinaus helfende Funktionen auf der Flucht und ermöglicht die Kommunikation zu Familie und Freunden im Herkunftsland.
Für Fachkräfte bedeutet das, sich aktiv mit der Medienerziehung auseinanderzusetzen, um Kinder und Jugendliche einen verantwortungsvollen, kritischen, selbstbewussten und zugleich kreativen Umgang mit Medien zu ermöglichen.
Wir zeigen Wege auf, wie Faszination der Medien und die erzieherischen Schutzfunktionen miteinander in Einklang gebracht werden können. Außerdem bietet der Abend praktische Methodenimpulse für die Medienerziehung und die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Fachkräften.
Kurzvitas: Kyra von Baeckmann ist medienpädagogische Referentin an der Medienstelle Augsburg des JFF (MSA). Sie studierte Digital Arts (MA) an der FH Oberösterreich und Kunstpädagogik (BA) an der LMU München. Im Projekt „Empowering Media Literacy“ ist sie gemeinsam mit Marcel Floßmann für die Multiplikator*innen Workshops im Rahmen der Smartphonespielentwicklung verantwortlich.
Marcel Floßmann ist Sozialarbeiter (BA) sowie Spiel- und Medienpädagoge (MA). Nach seinem Studium war er in der Kinder- und Jugendhilfe im Bereich der Hilfen zur Erziehung tätig. Heute arbeitet er als medienpädagogischer Referent bei der Medienstelle Augsburg des JFF (MSA) und verbindet die sozialpädagogische Praxis mit aktiver Medienarbeit.
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19. Mai, 16:30 – 18:30 Uhr
Vortrag: „Dark Patterns in Computerspielen“
Ort: Online
Referent: Benjamin Strobel, Behind the Screens
Digitales Spielen sollte vor allem eins bedeuten: Spaß! Manchmal stehen im Hintergrund jedoch monetäre Interessen der Entwickler*innen, die darauf abzielen, junge Menschen unbewusst zu längerer Spielzeit, In-Game-Käufen oder zur Preisgabe persönlicher Daten zu verleiten. Gemeinsam beleuchten wir typische Mechaniken, die sogenannten „Dark Patterns“, sowie die dahinterliegenden psychologischen Prinzipien und mögliche Risiken, insbesondere für Jugendliche mit Fluchterfahrung.
Anmeldung hier im Veranstaltungskalender
Über das Projekt:
Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Projekts „Empowering Media Literacy“ (EML), das vom tim – Staatliches Textil- und Industriemuseum zusammen mit der Medienstelle Augsburg des JFF (MSA) umgesetzt wird. Es ist Teil des Projektverbundes DIWA 4.0 „Das inklusive Wir in Augsburg“, der aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der EU gefördert und vom Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg koordiniert wird.
Weitere Informationen finden Sie hier: www.timbayern.de/eml
Datenschutzhinweis und Einwilligung zur Aufzeichnung:
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe MEDIA SPRING AUGSBURG werden die Vorträge zu Dokumentations- und Veröffentlichungszwecken aufgezeichnet und im Anschluss digital veröffentlicht.
Die Bildaufzeichnungen beschränken sich auf die Beiträge der Referent*innen (Vortragsfolien, Präsentation und Wortbeiträge der Referentinnen). Bei etwaigen Wortmeldungen aus dem Publikum werden nur die Wortbeiträge, nicht aber die Personen im Publikum selbst aufgezeichnet. Interaktive Teile werden grundsätzlich nicht aufgezeichnet. Sollte dies doch geschehen, werden die Teilnehmenden hierüber im Vorfeld informiert. Von den Teilnehmenden werden auch dann keine Bildaufnahmen gemacht. Sollte die Teilnehmenden einer Veröffentlichung der eigenen Stimme widersprechen, wird die Stimme vor der Veröffentlichung verzehrt. Der Wortbeitrag selbst soll dennoch veröffentlicht werden, um die Integrität des interaktiven Teiles nicht zu zerstören.
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